Re: Jemand Erfahrungen mit Blockheizkraftwerk WhisperGen bzw. Meinungen dazu

Rolf Sonofthies Mon, 21 Jul 2008 20:12:54 +0200
            
Siegfried Schmidt schrieb:

> Nur ist die Stromerzeugung untrennbar mit der Wärmeerzeugung verbunden, 
> d.h. jede Spekulation auf Erträge funktioniert nur dann, wenn die 
> anfallende Wärme zeitnah und mengengleich genutzt werden kann, was bei 
> einem EFH kaum der Fall ist. 

Und die Wärme müsste praktisch ganzjährig genutzt werden, was nur bei 
Anlagen wie Wäschereien, Schwimmbädern, Großsaunen oder ganzjährig 
genutzten Eisbahnen der Fall ist und die hat man neben dem EFH praktisch 
nie in der gewünschten Größenordnung.


-- 
Rolf Sonofthies
        
Siegfried Schmidt Mon, 21 Jul 2008 19:51:22 +0200
            
Hallo richter,

> Hat Jemand damit schon Erfahrungen bzw. generelle Meinungen zu BHKW
> für Einfamileinhäuser.

Nur in Spezialfällen wirtschaftlich.

> Was ich z.B. nicht verstehe ist, das die mit Wirkungsgraden von > 90% 
> angegeben werden.
> Die geleichen Aussagen bekommt man aber z.B. auch von Brennwerkesseln,
> wenn das aber so ist, hätten die BHKW keinen Vorteil, oder sehe ich
> das falsch? 

Der Vorteil liegt, dass 15% der abgegebenen Leistung wertvoller Strom 
ist, der sich im Gegensatz zu Niedertemperaturwärme leicht gewinnbringend 
verkaufen lässt.

Nur ist die Stromerzeugung untrennbar mit der Wärmeerzeugung verbunden, 
d.h. jede Spekulation auf Erträge funktioniert nur dann, wenn die 
anfallende Wärme zeitnah und mengengleich genutzt werden kann, was bei 
einem EFH kaum der Fall ist. 


Siegfried
-- 
http://www.schmidt.ath.cx
        
Markus Hodek Mon, 21 Jul 2008 20:27:05 +0200
            
Rolf Sonofthies schrieb:
> Siegfried Schmidt schrieb:
> 
> Und die Wärme müsste praktisch ganzjährig genutzt werden, was nur bei
> Anlagen wie Wäschereien, Schwimmbädern, Großsaunen oder ganzjährig
> genutzten Eisbahnen der Fall ist und die hat man neben dem EFH praktisch
> nie in der gewünschten Größenordnung.
> 
> 
Warum sollte das so sein,
das BHKW läuft halt nur soviel, wie Wärme benötigt wird.
Im Sommer halt nur zur Brauchwassererwärmung.

Gruß
Markus
        
richter Mon, 21 Jul 2008 21:02:25 +0200
            
>> Und die Wärme müsste praktisch ganzjährig genutzt werden, was nur bei
>> Anlagen wie Wäschereien, Schwimmbädern, Großsaunen oder ganzjährig
>> genutzten Eisbahnen der Fall ist und die hat man neben dem EFH praktisch
>> nie in der gewünschten Größenordnung.
>>
>>
> Warum sollte das so sein,
> das BHKW läuft halt nur soviel, wie Wärme benötigt wird.
> Im Sommer halt nur zur Brauchwassererwärmung.

So hatte ich das eigentlich auch gedacht. Außerdem kann der Strom ja auch 
noch eingespeißt werden. Weitere Vorteil ist wohl auch noch, dass man keine 
Mineralölsteuer mehr bezahlen muß, habe ich jedenfalls so verstanden

Gruß

richter



        
Rolf Sonofthies Mon, 21 Jul 2008 21:20:24 +0200
            
Markus Hodek schrieb:

>> Und die Wärme müsste praktisch ganzjährig genutzt werden, was nur bei
>> Anlagen wie Wäschereien, Schwimmbädern, Großsaunen oder ganzjährig
>> genutzten Eisbahnen der Fall ist und die hat man neben dem EFH praktisch
>> nie in der gewünschten Größenordnung.

> Warum sollte das so sein,
> das BHKW läuft halt nur soviel, wie Wärme benötigt wird.
> Im Sommer halt nur zur Brauchwassererwärmung.

Dann hat es aber bei weitem nicht den optimalen Wirkungsgrad, weil es 
nicht unter Optimallast durchlaufen kann und immer wieder "gestartet" 
werden muss. Weiterhin lässt sich Brauchwasser im Sommer über 
Solarthermie deutlich kostengünstiger erwärmen, nämlich im Gegensatz zum 
BHKW praktisch ohne laufende Betriebskosten. Außerdem amortisiert sich 
das BHKW bei sommerlichen Standzeiten erst nach deutlich längerer Zeit.

Für eine Reihenhaussiedlung von einem guten Dutzend Einheiten (alle 
mindesttens KfW 60) haben wir eine solche Anlage von einem Ingenieurbüro 
rechnen lassen: Bei den Treibstoffkosten von 2006 lag die Amortisation 
bei allen denkbaren Zinsentwicklungen deutlich jenseits der 30 Jahre, 
mittlerweile ist Diesel erheblich teurer geworden und die Zinsen sind 
gestiegen.

-- 
Rolf Sonofthies
        
Thomas Hu\bner Mon, 21 Jul 2008 21:19:31 +0200
            
richter wrote:
> So hatte ich das eigentlich auch gedacht. Außerdem kann der Strom ja
> auch noch eingespeißt werden.

Es wir noch immer eingespeist.
Dafür braucht es jedoch einen Extra-Zähler, der Extra Grundgebühren kostet.
Es ist günstiger, den Strom selbst zu verbrauchen. Und wenn es zu 
Heizzwecken ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Blockheizkraftwerk

> Weitere Vorteil ist wohl auch noch,
> dass man keine Mineralölsteuer mehr bezahlen muß, habe ich jedenfalls
> so verstanden

'Energiesteuer' heißt das heute.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mineral%C3%B6lsteuer
Damit auch brennfähige Lebensmittel besteuert werden können.
Also doch Steuer.

Zudem ist nach der Website lediglich *beabsichtigt*, den Stirlingmotor 
einzusetzen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stirlingmotor
Du spielst wahrscheinlich Versuchskanninchen für ein beim Kunden reifendes 
Bananenprodukt.

Interessant dazu ist das hier:
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/stromerzeugende-heizung-in-die-serie/?src=HL&cHash=15d9cb14f8

NB: Realnamen sind in d.r.h. erwünscht.
Dieser lässt sich im Microsoft Outlook Express 6.00.2900.5512
sehr leicht einstellen. Dort, wo vorher 'Jens Mander' stand.
Bitte nachbessern, Danke.

-- 
Thomas


        
Siegfried Schmidt Mon, 21 Jul 2008 21:26:45 +0200
            
Hallo Markus,

> Im Sommer halt nur zur Brauchwassererwärmung.

Und damit ohne nennenswerten Stromertrag.

Kann man natürlich machen, wenn man es als Hobby betrachtet.



Siegfried
-- 
http://www.schmidt.ath.cx
        
Chris Tue, 22 Jul 2008 06:39:01 +0200
            
Thomas Hu"bner wrote:
> Zudem ist nach der Website lediglich *beabsichtigt*, den Stirlingmotor
> einzusetzen.
> http://de.wikipedia.org/wiki/Stirlingmotor
> Du spielst wahrscheinlich Versuchskanninchen für ein beim Kunden
> reifendes Bananenprodukt.
>
> Interessant dazu ist das hier:
> http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/stromerzeugende-heizung-in-die-serie/?src=HL&cHash=15d9cb14f8

Es gibt auch Pelletheizungshersteller, die damit experimentieren aber 
nix funktioniert serienreif. Auch die hochgelobte "Sunmachine" ist noch 
immer ned serienreif. Schee wärs scho. Nettes Geld nebenbei verdient. 
Die Wärme is ja da.
Gruß
Christoph, mit Absicht und wg extrem schlechter Erfahrungen ohne RL 

        
Reiner Stenzel Tue, 22 Jul 2008 14:30:12 +0200
            
Rolf Sonofthies schrieb:

> Für eine Reihenhaussiedlung von einem guten Dutzend Einheiten (alle 
> mindesttens KfW 60) haben wir eine solche Anlage von einem Ingenieurbüro 
> rechnen lassen: Bei den Treibstoffkosten von 2006 lag die Amortisation 
> bei allen denkbaren Zinsentwicklungen deutlich jenseits der 30 Jahre, 
> mittlerweile ist Diesel erheblich teurer geworden und die Zinsen sind 
> gestiegen.
> 
Und was lernen wir daraus?
Dass großindustriell erzeugter Strom immernoch viiieeel zu billig ist, 
wenn wir es uns leisten können, 70% der Primärenergie einfach 
wegzuschmeißen.

meckert Reiner
        
Rolf Sonofthies Tue, 22 Jul 2008 14:43:19 +0200
            
Reiner Stenzel schrieb:

>> Für eine Reihenhaussiedlung von einem guten Dutzend Einheiten (alle 
>> mindesttens KfW 60) haben wir eine solche Anlage von einem 
>> Ingenieurbüro rechnen lassen: Bei den Treibstoffkosten von 2006 lag 
>> die Amortisation bei allen denkbaren Zinsentwicklungen deutlich 
>> jenseits der 30 Jahre, mittlerweile ist Diesel erheblich teurer 
>> geworden und die Zinsen sind gestiegen.
>>
> Und was lernen wir daraus?
> Dass großindustriell erzeugter Strom immernoch viiieeel zu billig ist, 
> wenn wir es uns leisten können, 70% der Primärenergie einfach 
> wegzuschmeißen.

Im konkreten Fall stimmt das nicht ganz: Der örtliche Stromerzeuger 
betreibt auch ein Fernwärmenetz aus Kraft-Wärme-Kopplung, mit welchem er 
nach eigenen Angaben 27 Prozent des lokalen Wärmemarktes bedient - aber 
das macht die Sache nur unwesentlich besser ...

-- 
Rolf Sonofthies
        
Rolf Sonofthies Tue, 22 Jul 2008 17:08:47 +0200
            
Siegfried Schmidt schrieb:

>> Und was lernen wir daraus?
> 
> Dass es einen Grund hat, warum Metzger ihre Wurst nicht einzeln in Scheiben 
> kaufen und wieder zusammensetzen.  

Schön! ;-)

-- 
Rolf Sonofthies
        
Thomas Hu\bner Tue, 22 Jul 2008 22:06:13 +0200
            
Reiner Stenzel wrote:
> Und was lernen wir daraus?

Das solche Anlagen nur sinnvoll für mehreren Parteien zu betreiben sind.

-- 
Thomas 


        
Siegfried Schmidt Tue, 22 Jul 2008 16:30:04 +0200
            
Hallo Reiner,

> Und was lernen wir daraus?

Dass es einen Grund hat, warum Metzger ihre Wurst nicht einzeln in Scheiben 
kaufen und wieder zusammensetzen.  



Siegfried
-- 
http://www.schmidt.ath.cx
        
Reiner Stenzel Wed, 23 Jul 2008 08:17:09 +0200
            
Thomas Hu"bner schrieb:
> Reiner Stenzel wrote:
>> Und was lernen wir daraus?
> 
> Das solche Anlagen nur sinnvoll für mehreren Parteien zu betreiben sind.
>

Und damit das möglichst lange so bleibt, kauft e.on die SteamCell 
(Enginion) just in dem Moment, als Hoval sie für den Feldtest 
zusammenbaut und versenkt das Teil in der Schublade.
(OK, nicht ganz. Für KFz darf sowas noch gebaut werden [Amovis])
Mit el. Leistung ab 500W, "sinnvoll" einsetzbar in jedem EFH, wäre das 
der Killer für Großkraftwerke geworden. DESHALB darf das Teil natürlich 
niemals in Serie gehen.

Sowas wird von unseren frierenden und hungernden UrEnkeln, mit ähnlichem 
Unverständnis betrachtet werden, wie heute die Naziverbrechen. (Falls 
sich noch jemand dran erinnert)

orakelt Reiner





        
Siegfried Schmidt Wed, 23 Jul 2008 09:40:19 +0200
            
Hallo Reiner,

> DESHALB darf das Teil natürlich 
> niemals in Serie gehen.

Das wäre ja ein Lichblick für alle erfolglosen Erfinder. Anstatt sich 
lebenslang für nichts abzustrampeln reicht die glaubhaft Ankündigung einer 
Entwicklung, dass die Aufkäufer Schlange stehen.

Es wird also jede Menge neuer Bill Gates geben.. 
 
> Sowas wird von unseren frierenden und hungernden UrEnkeln, mit ähnlichem 
> Unverständnis betrachtet werden, wie heute die Naziverbrechen. (Falls 
> sich noch jemand dran erinnert)

Ich fürchte, auf dieser Schiene wird das nichts mit den Millionen. 


Siegfried
-- 
http://www.schmidt.ath.cx
        
bernert Fri, 11 Dec 2009 15:29:44 -0600
            
hallo

haben keine gute erfahrung mit dem WG-Motor
ein tolles gerät für eine gewisse unabhängigkeit, heisswasserbereitung und strom, jedoch die lebensdauer
war bei mir nur 2,5 bis 3 tausend betriebsstunden und das bei 3 WG die ich inzwischen verschlissen habe.
eine reparatur, welche ich selber durchführen könnte
( voll eingerichtete werkzeugmacherei) ist nicht möglich, da wir einfach keine ersatzteile aus neuseeland bekommen schwachpunkt des WG sind die lager.
        
Martin Kobil Fri, 11 Dec 2009 14:31:52 -0800 (PST)
            
> schwachpunkt des WG sind die lager.

Dieses Problem dürfte sich aber grundsätzlich mit standfesteren Lagern
beheben lassen.

Bist Du mal abgesehen von diesem Problem soweit zufrieden mit dem
WhisperGen?

        
Thomas Hu\bner Sun, 13 Dec 2009 16:50:39 +0100
            
bernert <stahljacht@arcor.de> tipperte in 
news:9757d3e437cb4ec0a0c3b642f897cdd1@newspe.com
> schwachpunkt des WG sind die lager.

Wie äußert sich das?
Was für Lager wurden vorgesehen?
Umgebungsbedingungen?

-- 
Thomas 


        
richter Mon, 21 Jul 2008 17:57:07 +0200
            
Hallo,

muß meine Heizung (Erdgas, Einfamilienhaus) demnächst erneuern und bin dabei 
über Blockheizkraftwerke gestoßen. Z.B
http://bhkw-infozentrum.de/innovative/stirlingmotor_whispertech.html

Hat Jemand damit schon Erfahrungen bzw. generelle Meinungen zu BHKW für 
Einfamileinhäuser.

Was ich z.B. nicht verstehe ist, das die mit Wirkungsgraden von > 90% 
angegeben werden.
Die geleichen Aussagen bekommt man aber z.B. auch von Brennwerkesseln, wenn 
das aber so ist, hätten die BHKW keinen Vorteil, oder sehe ich das falsch?

Gruß

Richter