Ureader.de  
Internetzugriff auf de.* text-Newsgroup
   Startseite   |   Anmeldung   |   Archiv   |  
 
Startseite
sci
announce
architektur
astronomie
biologie
chemie
electronics
genealogie
geo
geschichte
informatik.ki
informatik.misc
ing.elektrotechnik
ing.misc
mathematik
medizin.allergie
medizin.diabetes
medizin.misc
medizin.pflege
medizin.psychiatrie
meteorologie
misc
oekonomie
paedagogik
philosophie
physik
psychologie
raumfahrt
soziologie
theologie
  
 
Datum: Mon, 13 Aug 2007 18:46:55 +0200,    Newsgroup: de.sci.raumfahrt        back       

Re: Probleme beim Shuttel   
Lothar Cezanne wrote:

> Thorsten Schaan wrote:
> 
>> Laut http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,499539,00.html
>> gibt es auch diesesmal wieder Probleme mit Hitzeschutzkacheln die von
>> Schaumstoffteilen des Tanks beschädigt wurden. Und gerade hier stellt
>> sich mir die Frage :
>> 
>> Warum hat man hier immernoch keine Lösung gefunden das zu verhindern?
>> 
>> es wäre doch sicher möglich den Tank mit einem dünnen Nylonnetz (wie zum
>> Beispiel Katzenetz für Fenster) zu umhüllen. Schon wären alle Probleme
>> mit zu großen Bruchstücken beseitigt.
>> 
>> Gewichtseinsatz max 10 Kilo
> 
> 10 Kilo? Weißt du, wie groß der Tank ist? Der hat eine Oberfläche von
> über 1500 qm. Bei 10 Kilö Netz bleiben pro pm etwa 6 Gramm Netz über -
> soviel wiegt grob ein A4-Blatt 80 g/qm-Papier... Da brauchts etwas
> andere Mengen.

Hm, man muß ja nicht die gesammte Oberfläche des Tanks verstärken. Die, dem
Shuttle zugewandte, Seite sollte reichen und davon auch nur die obersten
zwei Drittel. Aber selbst dann wird das alles andere als eine leichte
Maßnahme und der Temperaturbereich sowie die Geschwindigkeiten und
Turbulenzen... da eine Zulassung zu erreichen bzw. die dafür notwendigen
Tests durchzuführen dürfte das Shuttelprogramm doch etwas zu deutlich
verzögern und es werden da sicherlich in der Vergangenheit schon mehrere
Untersuchungen durchgeführt und verworfen worden sein...

Dünnste Leinwand E-Glas, die ich mal verarbeitet hatte weren IIRC 50 oder
80g/m^2. Und da ist noch keine Matrix dabei. Und eine Lage ist nicht
wirklich stabil, BTDT.

Viele Grüße,

Olaf, no RISC, no fun, Schultz
Datum: Mon, 13 Aug 2007 18:46:55 +0200   Autor:   Olaf Schultz

Re: Probleme beim Shuttel   
Am Mon, 13 Aug 2007 18:46:55 +0200 schrieb Olaf Schultz:

>> 10 Kilo? Weißt du, wie groß der Tank ist? Der hat eine Oberfläche von
>> über 1500 qm. Bei 10 Kilö Netz bleiben pro pm etwa 6 Gramm Netz über -
>> soviel wiegt grob ein A4-Blatt 80 g/qm-Papier... Da brauchts etwas
>> andere Mengen.
> 
> Hm, man muß ja nicht die gesammte Oberfläche des Tanks verstärken. Die, dem
> Shuttle zugewandte, Seite sollte reichen und davon auch nur die obersten
> zwei Drittel. Aber selbst dann wird das alles andere als eine leichte
> Maßnahme und der Temperaturbereich sowie die Geschwindigkeiten und
> Turbulenzen... da eine Zulassung zu erreichen bzw. die dafür notwendigen
> Tests durchzuführen dürfte das Shuttelprogramm doch etwas zu deutlich
> verzögern und es werden da sicherlich in der Vergangenheit schon mehrere
> Untersuchungen durchgeführt und verworfen worden sein...

ACK.

> Dünnste Leinwand E-Glas, die ich mal verarbeitet hatte weren IIRC 50 oder
> 80g/m^2. Und da ist noch keine Matrix dabei. Und eine Lage ist nicht
> wirklich stabil, BTDT.

Du unterschätzt die Vibrationen. Enorm. Ich glaube, die größere Masse des
Schaumes durch irgendeine Verstärkung könnte exakt den gegenteiligen Effekt
haben. Und große, stabil zusammenhängende Eis-Schaum-Gewebeblöcke auf das
Shuttle schmeissen.
-- 
"the prius is so slow, the child could run on the street, retrieve the ball
and grow to puberty before you actually hit it."
Jeremy Clarkson, Topgear
Datum: Tue, 14 Aug 2007 23:57:11 +0200   Autor:   Björn Schreiber

Re: Probleme beim Shuttel   
Moin,

Björn Schreiber schrub:

>> Dünnste Leinwand E-Glas, die ich mal verarbeitet hatte weren
>> IIRC 50 oder 80g/m^2. Und da ist noch keine Matrix dabei. Und
>> eine Lage ist nicht wirklich stabil, BTDT.
> 
> Du unterschätzt die Vibrationen. Enorm. Ich glaube, die größere
> Masse des Schaumes durch irgendeine Verstärkung könnte exakt
> den gegenteiligen Effekt haben. Und große, stabil
> zusammenhängende Eis-Schaum-Gewebeblöcke auf das Shuttle
> schmeissen.

Ich vermute mal, das eine verbesserte Festigkeit des Schaums
durch eingelagerte Fasern sowieso nicht viel hilft:
Der Schaum fällt ja nicht ab, weil er innerhalb der Schicht
zerbricht, sondern weil er sich vom Untergrund löst, vermute ich
(muss er ja auch, sonst würde nichts wegfliegen). Also ist nicht
der Zusammenhalt innerhalb der Sicht das Problem, sondern der
Zusammenhalt senkrecht zur Schicht, eventuell die Verbindung zum
Tank selbst. 
Verstärkt man den Schaum, dann würde ein Stück Schaum welches
sich vom Untergrund gelöst hat, an dem benachbartem Schaum
hängen bleiben und an diesem mit ziehen, bis das das
Nachbarstück sich ebenfalls vom Untergrund ablöst. Die Stücken
würden nur größer werden.

Man müsste den Schaum fester mit dem Untergrund verbinden, aber
nicht so fest innerhalb der Schicht. Also dicht bei Dicht kleine
Drähte an den Tank schweißen, die wie ein Igel vom Tank abstehen
und an diesen Drähten kann sich der Schaum festhalten. Das ist
natürlich in der konkreten Form aus diversen Gründen nicht
machbar, aber so sinngemäß: Nicht ein Faserverbund mit Fasern
parallel zur Tankhülle sondern senkrecht zur Tankhülle bräuchte
man. 

CU Rollo
Datum: Wed, 15 Aug 2007 09:32:08 +0200   Autor:   Roland Damm

Re: Probleme beim Shuttel   
Roland Damm schrieb:

> Man müsste den Schaum fester mit dem Untergrund verbinden, aber
> nicht so fest innerhalb der Schicht. Also dicht bei Dicht kleine
> Drähte an den Tank schweißen, die wie ein Igel vom Tank abstehen
> und an diesen Drähten kann sich der Schaum festhalten.

Hallo,

eine ausgezeichnete Methode die benötigte thermische Isolation des 
Schaums ganz erheblich zu verschlechtern, auch wenn man etwas besseres 
nimmt als ausgerechnet Drähte.
Der grösste Teil des Tanks enthält schliesslich superkalten flüssigen 
Wasserstoff, wenn Luft direkt an die Tankwand gelangen würde sich 
dadurch die Luft verflüssigen, wenn nicht sogar gefrieren.
Bei der Temperatur flüssigen Wasserstoffs sind jedenfalls Sauerstoff und 
Stickstoff bereits fest.

Bye
Datum: Wed, 15 Aug 2007 10:06:45 +0200   Autor:   Uwe Hercksen

Re: Probleme beim Shuttel   
Uwe Hercksen schrieb:

> Der grösste Teil des Tanks enthält schliesslich superkalten flüssigen 
> Wasserstoff, wenn Luft direkt an die Tankwand gelangen würde sich 
> dadurch die Luft verflüssigen, wenn nicht sogar gefrieren.

Ist das nicht genau der Grund, warum das Risiko abplatzender Schaumteile 
bei Missionen, bei denen wegen einer Startabsage eine Enttankung 
notwenig war, größer ist?

Andi
Datum: Wed, 15 Aug 2007 12:37:53 +0200   Autor:   Andi Wuestner

Re: Probleme beim Shuttel   
Andi Wuestner schrieb:

> Ist das nicht genau der Grund, warum das Risiko abplatzender Schaumteile 
> bei Missionen, bei denen wegen einer Startabsage eine Enttankung 
> notwenig war, größer ist?

Hallo,

da dürften auch noch die thermischen Spannungen die beim Abkühlen und 
Wiedererwärmen auftreten ihre Rolle spielen.

Bye
Datum: Wed, 15 Aug 2007 13:14:04 +0200   Autor:   Uwe Hercksen

Re: Probleme beim Shuttel   
Am Wed, 15 Aug 2007 12:37:53 +0200 schrieb Andi Wuestner:

> Uwe Hercksen schrieb:
> 
>> Der grösste Teil des Tanks enthält schliesslich superkalten flüssigen 
>> Wasserstoff, wenn Luft direkt an die Tankwand gelangen würde sich 
>> dadurch die Luft verflüssigen, wenn nicht sogar gefrieren.
> 
> Ist das nicht genau der Grund, warum das Risiko abplatzender Schaumteile 
> bei Missionen, bei denen wegen einer Startabsage eine Enttankung 
> notwenig war, größer ist?

Ich denke, es wäre eher interesant zu wissen, welche Größenänderungen der
Tank beim Betanken durch Druck und Temperaturwechsel macht.

-- 
"the prius is so slow, the child could run on the street, retrieve the ball
and grow to puberty before you actually hit it."
Jeremy Clarkson, Topgear
Datum: Wed, 15 Aug 2007 19:52:22 +0200   Autor:   Björn Schreiber

Re: Probleme beim Shuttel   
Moin,

Uwe Hercksen schrub:

>> Man müsste den Schaum fester mit dem Untergrund verbinden,
>> aber nicht so fest innerhalb der Schicht. Also dicht bei Dicht
>> kleine Drähte an den Tank schweißen, die wie ein Igel vom Tank
>> abstehen und an diesen Drähten kann sich der Schaum
>> festhalten.
> 
> 
> eine ausgezeichnete Methode die benötigte thermische Isolation
> des Schaums ganz erheblich zu verschlechtern, auch wenn man
> etwas besseres nimmt als ausgerechnet Drähte.

ACK

Ich meinte das ja auch nur in mechanischer Hinsicht. Man sieht
aber schön den Widerspruch, was mechanisch wünschenswert wäre,
ist wegen der Temperaturen extrem unerwünscht.

CU Rollo
Datum: Wed, 15 Aug 2007 23:58:10 +0200   Autor:   Roland Damm



    COPYRIGHT 2007, YARDI TECHNOLOGY LIMITED, ALL RIGHT RESERVE  |   Kontakt