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Datum: Sat, 3 Jul 2010 03:06:49 -0700 (PDT),    Newsgroup: de.etc.bahn.tarif+service        back       

Re: Schaffnerin zwingt behinderten Jungen zum Aussteigen aus dem Zug   
On 2 Jul., 14:32, Oliver Schnell  wrote:
> kl.hul...@web.de  wrote:
>
> > > Beim SPNV verhindern die leeren Plätze dies. Man kann aber versuchen,
> > > zumindest einige der leeren Plätze mit Billigangeboten zu füllen, die
> > > natürlich im Fernverkehr nicht gültig sein dürfen.
>
> > Desen künstliche hochgehaltene Preise
>
> Bla, bla. Teile einfach mal die Erlöse aus Fahrgeldeinnahmen im NV
> durch die im NV erbrachte Verkehrsleistung und staune, darüber wie
> niedrig diese Zahl ist. Es steht dir übrigens frei, mit eigenem Zugangebot
> auf den Schienen in .de durhc die Gegend zu ötteln und niedrigere als die
> künstlich hochgehaltenen Preise zu nehmen.
>
Ich ziehe es vor, die Einnahmen pro Fahrgastkilometer mit den
GESAMTkosten des Systems zu vergleichen, zu denen insbes. die Kosten
des Fahrwegs und die Kosten von Straßen für vertreibene Bahnfahrgäste
gehören. Diese Kosten werden hierzulande leider aus guten Gründen
geheimgehalten, aber man kann sie ja grob schätzen als 10% der NBS-
Baukosten pro Jahr (5% Verzinsung  5% für laufende Instandheltung und
Abschreibung). Macht für Köln-Frankfurt 400 Mio. Eur/Jahr oder 1.1
Mio./Tag oder die Ennahmen von 27 000 Fahrgästen bei einem
durchschnittlichen Fahrpreis von 40EUR, der nach deinen sonstigen
Angaben zur Popularität der Superbilligpreise noch weit überhöht sein
dürfte. Doie Kostendeckung der Zugfahrt als socher dürfte danach 0
oder niedriger sein.
>
> > Leute auf die Straße treiben, so
>
> Die müssten bei deinen fairen Preisen ja scharenweise in deine Züge stürzen
> und dich zu einem reichen mann machen.
>
Natürlich. Wenn man mir die gesamte Infrastruktur, sämtliche Züge, die
Verfügungsmacht darüber und 20 Jahre lang die an die DB fließenden
öffentlichen Mittel aller Art aushändigt, dan richte ich es mir schon
gut ein. Arbeiten würde ich natürlich nicht mehr, sondern zum dort
üblichen gehobenen Beamtengehalt ein paar Fachleute von Nachbarbahnen
abwerben, die schon praktisch bewiesen haben, daß sie mit weniger
Mitteln als die DB höhere Fahrgastzahlen hinkriegen,.

Nicht klappen würde es, wenn ich zum selben Trassenpreis zwischen
Zügen fahren muß, die ständig Vorfahrt kriegen, weil in die Tasche von
jemand anders gewirtscahftet werden soll. Bei mir müßten die erstmal
100% der Mehrkosten für einen (z.B. 200km/h-) Ausbau zahlen, bevor
damit angefangen wird.

Und noch ärgerlicher ist, daß ich derzeit auch noch in Spitzenzeiten
zu Spottpreisen Fahrgäste mitnehmen muß, die zum Nutzen von jemand
anders irgendeinen schwach ausgelasteten Zug 300km entfernt füllen
sollten. Und den Ärger einstecken, wenn meine Stammkunden deswegen
stehen müssen oder über Koffer stolpern. Stattdessen würde eine ICE-
Anschlußfahrt von Köln-Deutz nach Paderborn zu Berufsverkehrszeiten
selbstverständlich das Mehrfache dessen kosten, was ich meinen eigenen
Stammkunden auf dieser Strecke bzw. deren Teilstrecken berechne, außer
der Fahrgast wartet bis 20:30, wenn meine Züge leer sind. Koffer
kosten extra (ein kooperierender Fernverkerhsbetreiber könnte das
natürlich direkt selbst abgelten und auf seinem Ticket vermerken).
Sonderpreise für Anschlußfahrten dieser Art gäbe es freitags früher
als Mo-Do, weil dann der Berufsverkehr früher liegt. Und zu
Ferienbeginn gäbe es sie samstags früh nach Köln und Kassel, wenn er
besoders schwach ist. Außer ich finde es wirtschaftlicher, zu diesen
Zeiten alle meine Züge um einen Wagen zu kürzen, um in Absprache mit
einem kooperierenden FV-Unternehmen (Bus oder Bahn) dessen planmäßige
Angebote nach Bayern (via München), nach Polen (via Berlin) und zur
Ostsee (via Hamburg) zu verstärken.

Leider funktionieren diese Businesspläne nicht, solange Streckennetz
und Genehmigungsbehörden von Firmen beherrscht werden, mit denen man
markiwirtschaftlich konkurrieren soll. Oder von Leuten, die sich dort
später einen Posten versprechen.

Gruß
Knut
Datum: Sat, 3 Jul 2010 03:06:49 -0700 (PDT)   Autor:   unknown



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