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Datum: Wed, 20 Sep 2006 13:16:17 +0200,
Newsgroup: de.etc.bahn.stadtverkehr
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Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Hallo,
Nahverkehrsanlagen und Fahrzeuge sind ja reichhaltig mit Piktogrammen
und Schildern ausgestattet, u.a. gegen Verschmutzungen durch Fahrgästemit Pommestüten und Eis, als in den 90ern die Mobiltelefone aufkamen,
meinten auch manche Betriebe, das verbieten zu können (zu sollen) usw.
Am Beginn von Rolltreppen in großen Haltestellen und Kaufhäusern indes
("Fahrtreppen" im Fachjargon) findet sich sehr oft ein Schild, welches
einen stilisierten schwarzen Stiefel zeigt, an dessen oberem Schaftende
das Wort "Plastik" steht, das Ganze ist rot ausgeixt, also mit einem
Balkenkreuz durchgestrichen, kann somit nur heißen: "Rolltreppe nicht
mit Plastikstiefeln passieren".
Kann jemand sagen was dahintersteckt, welche spezifische Gefahr also auf
Rolltreppen im Zusammenhang mit Plastikstiefeln droht?
Man bedenke: übliche "Gummistiefel" (auf Baustellen, in nassen Branchenund in der Landwirtschaft) sind aus weich-PVC, mithin also Plastikstiefel.
Dazu kommt, dass ein Großteil der heutigen Schuhsohlen auch aus
Weichkunststoffen ist und somit eigentlich, was die Berührungsfläche
angeht, der größte Teil der Fahrgäste "Plastikstiefel" trägt und die
Rolltreppe meiden sollte, aber warum??
Seit Kindertagen kommt mir diese Frage immer wieder in den Sinn, wenn
ich das Piktogramm sehe, komme aber auf keine Erklärung.
Auf neueren Rolltreppen sieht man das Piktogramm m.W. nicht mehr, es
scheint also eine Gefahr zu sein, die sich nicht bestätigt hat oder dieüberschätzt wurde. Irgendeinen Grund muss es in den 60er und 70er (80er)
Jahren aber doch gegeben haben, das Schild gegen "Plastikstiefel" nahezu
flächendeckend anzubringen?
Gruß
SR
Datum: Wed, 20 Sep 2006 13:16:17 +0200
Autor: Stefan Rodrian
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Stefan Rodrian schrieb am Wed, 20 Sep 2006 13:16:17 +0200:
>überschätzt wurde. Irgendeinen Grund muss es in den 60er und 70er (80er)
>Jahren aber doch gegeben haben, das Schild gegen "Plastikstiefel" nahezu
>flächendeckend anzubringen?
Ganz vage erinner ich da was von wegen damit am Ende entweder zwischen
den sich wieder zu einer kurzen Ebene verschiebenden Stufen oder in
diesen "Kamm" ganz am Ende zu geraten.
Wenn da jemand mehr Ahnung hat, kann er evtl. auch mein Rätsel lösen:
warum haben neue Rolltreppen rechts und links knapp oder den Stufen so
kurze schwarze Borsten, die wie fehlkonstruierte (weil nicht wirklich
wirksam...) Schuhbürsten wirken?
Viele GrüÃe, Torsten
Datum: Wed, 20 Sep 2006 13:23:20 +0200
Autor: Torsten Tiemann
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
"Stefan Rodrian" schrieb im Newsbeitrag
news:4511225d$0$17398$9b4e6d93@newsspool2.arcor-online.net...
Hallo,
Am Beginn von Rolltreppen in großen Haltestellen und Kaufhäusern indes
("Fahrtreppen" im Fachjargon) findet sich sehr oft ein Schild, welches
einen stilisierten schwarzen Stiefel zeigt, an dessen oberem Schaftende
das Wort "Plastik" steht, das Ganze ist rot ausgeixt, also mit einem
Balkenkreuz durchgestrichen, kann somit nur heißen: "Rolltreppe nicht
mit Plastikstiefeln passieren".
Kann jemand sagen was dahintersteckt, welche spezifische Gefahr also auf
Rolltreppen im Zusammenhang mit Plastikstiefeln droht?
Wenn man (hauptsächlich Kinder) bei einer aufwärts fahrenden Rolltreppe mit
den Stiefelspitzen ganz vorn auf der Stufe stand, so daß die Spitze die Wand
der höheren Stufe berührte, kam es vor, daß der Stiefel (und damit der Fuß)
quasi in den Spalt zwischen den beiden Stufen hineingezogen wurde, wenn der
Höhenunterschied zwischen den beiden Stufen immer kleiner wurde, weil die
nächste Etage erreicht war. Das ergab dann ganz schlimme Verletzungen. Wie
häufig das nun vorkam, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall führte es zu den
bekannten Piktogrammen.
Gruß aus kiel
Dieter
Datum: Wed, 20 Sep 2006 13:26:08 +0200
Autor: Dieter Bünning
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Hallo Dieter,
Dieter Bünning wrote:
> "Stefan Rodrian" schrieb im Newsbeitrag
> Wenn man (hauptsächlich Kinder) bei einer aufwärts fahrenden Rolltreppe mit
> den Stiefelspitzen ganz vorn auf der Stufe stand, so daß die Spitze die Wand
> der höheren Stufe berührte, kam es vor, daß der Stiefel (und damit der Fuß)
> quasi in den Spalt zwischen den beiden Stufen hineingezogen wurde,
Genau dieses Szenario hatte ich auch immer als eine mögliche Erklärung
erwogen, weil dieser Spalt aber kaum 10 mm beträgt verwarf ich das immer
wieder, konnte ich mir das nicht vorstellen. Zudem leuchtet es mir nicht
ein, warum das nur bei Plastikstiefeln drohen soll.
> wenn der
> Höhenunterschied zwischen den beiden Stufen immer kleiner wurde, weil die
> nächste Etage erreicht war. Das ergab dann ganz schlimme Verletzungen. Wie
> häufig das nun vorkam, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall führte es zu den
> bekannten Piktogrammen.
Kann es vielleicht sein, dass dieses Piktogramm zu einer Zeit eingeführt
wurde (mit dem Aufkommen der Rolltreppen in den 50ern) und dass der
besagte Spalt bei den damaligen frühen Konstruktionen viel breiter war
als wir das heute kennen (die Gefahr daher eher gegeben) und dass das
Piktogramm dann einfach standardmäßig beibehalten wurde, obgleich es
wegen der schmäleren Spalte (technischer Fortschritt) eigentlich
gegenstandslos geworden war?
Aufgrund meines Alters habe ich die ersten bewussten Erinnerungen an
Rolltreppen aus den frühen 70er Jahren, und da war der Spalt schon so
schmal.
Gruß
SR
Datum: Wed, 20 Sep 2006 13:58:31 +0200
Autor: Stefan Rodrian
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Stefan Rodrian schrieb:
> Genau dieses Szenario hatte ich auch immer als eine mögliche Erklärung
> erwogen, weil dieser Spalt aber kaum 10 mm beträgt verwarf ich das immer
> wieder, konnte ich mir das nicht vorstellen. Zudem leuchtet es mir nicht
> ein, warum das nur bei Plastikstiefeln drohen soll.
Vielleicht bedeutete das Piktogramm aber auch, dass diese
Gefahr gerade bei dieser Art Schuhwerk *nicht* besteht? Für
Piktogramme sind ja meist mehrere Deutungen möglich.
Gruß
Hartmut
--
Die From-Adresse existiert, wird aber nicht gelesen.
Für reale Nachrichten bitte "net" durch "de" ersetzen.
Datum: Wed, 20 Sep 2006 15:40:45 +0200
Autor: H. Schubert
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
H. Schubert wrote:
> Vielleicht bedeutete das Piktogramm aber auch, dass diese
> Gefahr gerade bei dieser Art Schuhwerk *nicht* besteht?
Daneben wurde oft Piktogramme plaziert, die vor Hunden und Kleinkindern
direkt auf der Rolltreppe warnen.
> Piktogramme sind ja meist mehrere Deutungen möglich.
Meist?
Dann sind es miserable Piktogramme, genau so soll es nicht sein, sondern
Personen aller Art und Sprachen (außer Blinde) sollen sofort begreifen
was gemeint ist.
SR
Datum: Wed, 20 Sep 2006 17:22:54 +0200
Autor: Stefan Rodrian
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Zuletzt schrieb Stefan Rodrian:
> Kann jemand sagen was dahintersteckt, welche spezifische Gefahr also auf
> Rolltreppen im Zusammenhang mit Plastikstiefeln droht?
Im Extremfall eine übelste Zehenquetschung, die ärztlicherseits mit
einer Vorderfuß-Amputation behandelt werden muss. Dazu bedarf es aber
auch eines Fehlers am Schnellaus der Fahrtreppe selbst (ähnlich bei
TrägerInnen von Maxiröcken, denen ein kompletter Querschnitt oder
tödlicher Sturz widerfahren könnte, falls die Bekleidung in den Kamm
eingezogen wird, ohne dass die Förderhilfe abschaltet).
> Man bedenke: übliche "Gummistiefel" (auf Baustellen, in nassen Branchen
> und in der Landwirtschaft) sind aus weich-PVC, mithin also Plastikstiefel.
>
> Dazu kommt, dass ein Großteil der heutigen Schuhsohlen auch aus
> Weichkunststoffen ist und somit eigentlich, was die Berührungsfläche
> angeht, der größte Teil der Fahrgäste "Plastikstiefel" trägt und die
> Rolltreppe meiden sollte, aber warum??
Es trifft wohl zu, dass die betreffende Gefährdung nur bei Schuhen mit
Brand- oder genagelten Sohlen nicht besteht, solche aber typischer-
weise nicht das Alltagsschuhwerk der heutigen ÖPNV-Benutzer (oder
Shopping-Passagen-Bummler) darstellen.
Ich hatte vor über 20 Jahren einen Haftpflichtfall, als in Ludwigs-
hafen (Rhein) Hbf ein Grundschüler in Begleitung seiner Mutter, der
ein Paar damals gerade in Mode gekommene Turnschuhe trug, sich am
Auslaufkamm verhakelte, wobei das Schnellaus der Fahrtreppe
bestimmungsgemäß im konkreten Fall bleibende Verletzungen verhinderte.
Den Prozess um das Schmerzensgeld und den Zeitwert der Turnschuhe hat
die BD Kar gewonnen, weil letztlich die Dezernatsrichterin meiner
Auffassung gefolgt ist, dass es sich
a) bei Fahrtreppen nicht um eine Eisenbahn im Sinne des (Reichs-)
Haftpflichtgesetzes handelt und
b) die Verkehrssicherungspflicht für die damaligen Unikate im ganzen
BD-Bezirk erfüllt war, dass
aa) - ein Servicevertrag mit einer Wartungsfirma bestand,
- diese ihn stets gewissenhaft erfüllt hatte und
- das Maschinenamt die Wartungsfirma überwacht hatte
_plus_
bb) das angebrachte Verbotspiktogramm (das wohl aus den BOStrab-
Fahrtreppenrichtlinien adaptiert ist) die Mutter wie den Knaben
selbst hätte davon abhalten müssen, die Fahrtreppe zu benutzen.
Eine noch länger zurückliegende, gleichlautende Entscheidung gab's vom
Amtsgericht Hannover.
Letztlich dient das Piktogramm also dem Betreiber, sich vor
Haftpflichtansprüchen dussliger oder übermütiger Benützer zu schützen.
--
mfg Matthias Dörfler
Diese Nachricht stellt nur meine persönliche Meinung dar.
Datum: Wed, 20 Sep 2006 18:23:07 +0200
Autor: Matthias Doerfler
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Matthias Doerfler schrieb:
> Ich hatte vor über 20 Jahren einen Haftpflichtfall, als in Ludwigs-
> hafen (Rhein) Hbf
> Den Prozess um das Schmerzensgeld und den Zeitwert der Turnschuhe hat
> die BD Kar gewonnen, weil letztlich die Dezernatsrichterin meiner
> Auffassung gefolgt ist, dass es sich
> a) bei Fahrtreppen nicht um eine Eisenbahn im Sinne des (Reichs-)
> Haftpflichtgesetzes handelt und
Zugangseinrichtungen unterliegen nicht der Haftpflicht der Eisenbahn aus
Eisenbahnrecht?
> b) die Verkehrssicherungspflicht für die damaligen Unikate im ganzen
> BD-Bezirk erfüllt war, dass
> aa) - ein Servicevertrag mit einer Wartungsfirma bestand,
> - diese ihn stets gewissenhaft erfüllt hatte und
> - das Maschinenamt die Wartungsfirma überwacht hatte
Wessen Maschinenamt, wenn ich fragen darf?
Gruß, ULF
Datum: Wed, 20 Sep 2006 18:23:27 +0200
Autor: Ulf Kutzner
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Hallo,
>> Wenn man (hauptsächlich Kinder) bei einer aufwärts fahrenden Rolltreppe
>> mit den Stiefelspitzen ganz vorn auf der Stufe stand, so daß die Spitze
>> die Wand der höheren Stufe berührte, kam es vor, daß der Stiefel (und
>> damit der Fuß) quasi in den Spalt zwischen den beiden Stufen
>> hineingezogen wurde,
>
> Genau dieses Szenario hatte ich auch immer als eine mögliche Erklärung
> erwogen, weil dieser Spalt aber kaum 10 mm beträgt verwarf ich das immer
> wieder, konnte ich mir das nicht vorstellen. Zudem leuchtet es mir nicht
> ein, warum das nur bei Plastikstiefeln drohen soll.
Das Problem ist, daß Plastiksohlen recht gut greifen und auf dem Metall
wenig bis gar nicht rutschen. Klingt nicht so schlimm, aber wenn sie die
Treppe ihrem Ende nähert, nähern sich auch die Standflächen der Stufen an.
Und wenn Junior nur seine Füße ganz vorne dran hat, geht die
(geschwungene!) Kante der höheren Treppe relativ gesehen nach unten und
könnte so den nicht nach hinten wegrutschenden Fuß einquetschen, lange
bevor der Kamm erreicht ist und ohne, daß der Spalt von 10mm da einen
Einfluß hat.
Grüßle,
Dario
--
> Espressoautomaten haben so eine Pumpe, wie Du sie
> beschreibst. Das Geräusch ist ziemlich
> charakteristisch.
Du meinst:
"Krrrrrrrrrrrrr brrrrrrrrrrrrr kschhhhhhhhhhhbrrubbbel...krrsssscch,
spotz, spotz, kschhhhhhhh" ?
Ralf G. am 30/01/05 in debe
Datum: Wed, 20 Sep 2006 19:10:30 +0200
Autor: Dario Kampkaspar
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
References: <4511225d$0$17398$9b4e6d93@newsspool2.arcor-online.net>
In-Reply-To:
Content-Type: text/plain; charset=UTF-8; format=flowed
Content-Transfer-Encoding: 8bit
Torsten Tiemann schrieb:
> Wenn da jemand mehr Ahnung hat, kann er evtl. auch mein Rätsel lösen:
> warum haben neue Rolltreppen rechts und links knapp oder den Stufen so
> kurze schwarze Borsten, die wie fehlkonstruierte (weil nicht wirklich
> wirksam...) Schuhbürsten wirken?
Um zu vermeiden, dass jemand zu nah an die kante kommt und sich
womöglich daran verletzt - immerhin gibt es dort eine bedeutende
relativgeschwindigkeit, und jemand könnte ungünstigenfalls an der seite
hängenbleiben.
Am längsten rolltreppensystem der welt, in Hongkong, gibt es schilder
"Escalator users wearing sandals - Please beware of the edges of steps
and mind your toes".
Die beste sicherheitsmaÃnahme bei rolltreppen: Immer einen
sicherheitsabstand von allen vier kanten der stufen halten und einen
schritt über den "kamm" am ende der rolltreppe machen (auch der kann
tückisch sein, wenn einzelne zinken hochgebogen sind). So habe ich von
barfuà bis skistiefel schon unfallfrei rolltreppen benutzt.
--
tobias benjamin köhler ____________________________________ tbk@uncia.de
.._______..__________.._______.._________. <>_<> <>_<>
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"-o---o-""-oo----oo-""-o---o-""-oo---oo-""o"O-OO-OO-O"o""o"O-OO-OO-O"o"_
Datum: Wed, 20 Sep 2006 22:59:05 +0200
Autor: tobias b köhler
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
On Wed, 20 Sep 2006 18:23:07 +0200, Matthias Doerfler wrote:
>> Kann jemand sagen was dahintersteckt, welche spezifische Gefahr also auf
>> Rolltreppen im Zusammenhang mit Plastikstiefeln droht?
>
>Im Extremfall eine übelste Zehenquetschung, die ärztlicherseits mit
>einer Vorderfuß-Amputation behandelt werden muss. Dazu bedarf es aber
>auch eines Fehlers am Schnellaus der Fahrtreppe selbst
Wie erkennt die Steuerung denn den Unterschied zwischen der Kraft, die
benötigt wird, um zwei Dutzend Fahrgäste aufwärts zu befördern und der
Kraft, die benötigt wird um einen Kinderfuß zu zerquetschen?
Auf den ersten Blick würde ich schätzen, dass man das nicht über das
Drehmoment des Antriebsmotors unterscheiden kann.
Datum: Thu, 21 Sep 2006 03:35:22 +0200
Autor: Henning Koch
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Zuletzt schrieb Ulf Kutzner:
> > Ich hatte vor über 20 Jahren einen Haftpflichtfall, als in Ludwigs-
> > hafen (Rhein) Hbf
>
> > Den Prozess um das Schmerzensgeld und den Zeitwert der Turnschuhe hat
> > die BD Kar gewonnen, weil letztlich die Dezernatsrichterin meiner
> > Auffassung gefolgt ist, dass es sich
> > a) bei Fahrtreppen nicht um eine Eisenbahn im Sinne des (Reichs-)
> > Haftpflichtgesetzes handelt und
>
> Zugangseinrichtungen unterliegen nicht der Haftpflicht der Eisenbahn aus
> Eisenbahnrecht?
Ein (Roll-)Treppenunfall kann durchaus zu einer Haftung nach Haft-
pflichtgesetz führen, nämlich dann, wenn die räumliche und zeitliche
Kausalität mit einem bestimmten Betriebsvorgang vorliegt. SWIW gab's
da mal die Revisionspräzedenz, als jemand in Schöneberg (alt) beim
Treppenheraufrennen eines Dritten angerempelt wurde und dann übelst
die Treppe hinabstürzte. Müsste zu DRB-Zeiten kurz nach der großen
Elektrisierung gewesen sein.
Nein; die Fahrtreppe also solche ist - ebensowenig wie ein Sessellift
oder ein Aufzug - keine Eisenbahn (obwohl sie ohne größere Phantasie
als ein "Unternehmen ... auf metallener Grundlage" nach der viel-
zitierten RGZ 1-Entscheidung gedacht werden könnte).
> > b) die Verkehrssicherungspflicht für die damaligen Unikate im ganzen
> > BD-Bezirk erfüllt war, dass
> > aa) - ein Servicevertrag mit einer Wartungsfirma bestand,
> > - diese ihn stets gewissenhaft erfüllt hatte und
> > - das Maschinenamt die Wartungsfirma überwacht hatte
>
> Wessen Maschinenamt, wenn ich fragen darf?
Das Bundesbahn-Maschinenamt am Ort des Vorfalls.
--
mfg Matthias Dörfler
Diese Nachricht stellt nur meine persönliche Meinung dar.
Datum: Mon, 25 Sep 2006 19:50:30 +0200
Autor: Matthias Doerfler
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Zuletzt schrieb Henning Koch:
> Wie erkennt die Steuerung denn den Unterschied zwischen der Kraft, die
> benötigt wird, um zwei Dutzend Fahrgäste aufwärts zu befördern und der
> Kraft, die benötigt wird um einen Kinderfuß zu zerquetschen?
Keine Ahnung mehr nach der langen Zeit.
--
mfg Matthias Dörfler
Diese Nachricht stellt nur meine persönliche Meinung dar.
Datum: Mon, 25 Sep 2006 19:50:32 +0200
Autor: Matthias Doerfler
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Matthias Doerfler schrieb:
> Zuletzt schrieb Ulf Kutzner:
>> Zugangseinrichtungen unterliegen nicht der Haftpflicht der Eisenbahn aus
>> Eisenbahnrecht?
> Ein (Roll-)Treppenunfall kann durchaus zu einer Haftung nach Haft-
> pflichtgesetz führen [...]
> Nein; die Fahrtreppe also solche ist - ebensowenig wie ein Sessellift
> oder ein Aufzug - keine Eisenbahn (obwohl sie ohne größere Phantasie
> als ein "Unternehmen ... auf metallener Grundlage" nach der viel-
> zitierten RGZ 1-Entscheidung gedacht werden könnte).
.... und unterliegt damit nicht der Gefährdungshaftung. Darauf dürfte es
hier angekommen sein.
>> > b) die Verkehrssicherungspflicht für die damaligen Unikate im ganzen
>> > BD-Bezirk erfüllt war, dass
>> > aa) - ein Servicevertrag mit einer Wartungsfirma bestand,
>> > - diese ihn stets gewissenhaft erfüllt hatte und
>> > - das Maschinenamt die Wartungsfirma überwacht hatte
Zumal du ja hier aufführst, warum auch keine verschuldensbedingte Haftung
in Frage kam.
.... Martin
Datum: Wed, 4 Oct 2006 08:47:13 +0000 (UTC)
Autor: Martin Bienwald
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Matthias Doerfler schrieb:
>>>Ich hatte vor über 20 Jahren einen Haftpflichtfall, als in Ludwigs-
>>>hafen (Rhein) Hbf
>>
>>>Den Prozess um das Schmerzensgeld und den Zeitwert der Turnschuhe hat
>>>die BD Kar gewonnen, weil letztlich die Dezernatsrichterin meiner
>>>Auffassung gefolgt ist, dass es sich
>>>a) bei Fahrtreppen nicht um eine Eisenbahn im Sinne des (Reichs-)
>>> Haftpflichtgesetzes handelt und
>>
>>Zugangseinrichtungen unterliegen nicht der Haftpflicht der Eisenbahn aus
>>Eisenbahnrecht?
>
>
> Ein (Roll-)Treppenunfall kann durchaus zu einer Haftung nach Haft-
> pflichtgesetz führen, nämlich dann, wenn die räumliche und zeitliche
> Kausalität mit einem bestimmten Betriebsvorgang vorliegt. SWIW gab's
> da mal die Revisionspräzedenz, als jemand in Schöneberg (alt) beim
> Treppenheraufrennen eines Dritten angerempelt wurde und dann übelst
> die Treppe hinabstürzte. Müsste zu DRB-Zeiten kurz nach der großen
> Elektrisierung gewesen sein.
Welchem Betriebsvorgang hat man jetzt Anrempeln zuzurechnen? Dem
Zustiegsversuch des Dritten?
>>> - das Maschinenamt die Wartungsfirma überwacht hatte
>>
>>Wessen Maschinenamt, wenn ich fragen darf?
>
>
> Das Bundesbahn-Maschinenamt am Ort des Vorfalls.
Glück gehabt, daß die Haftpflicht nicht daran aufgehängt wurde. Gut, ich
weiß jetzt nicht en detail, wer die Kfz der weiland Bundesbahn zuließ
und prüfte.
Gruß, ULF
Datum: Wed, 04 Oct 2006 14:04:18 +0200
Autor: Ulf Kutzner
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Zuletzt schrieb Ulf Kutzner:
> > Ein (Roll-)Treppenunfall kann durchaus zu einer Haftung nach Haft-
> > pflichtgesetz führen, nämlich dann, wenn die räumliche und zeitliche
> > Kausalität mit einem bestimmten Betriebsvorgang vorliegt. SWIW gab's
> > da mal die Revisionspräzedenz, als jemand in Schöneberg (alt) beim
> > Treppenheraufrennen eines Dritten angerempelt wurde und dann übelst
> > die Treppe hinabstürzte. Müsste zu DRB-Zeiten kurz nach der großen
> > Elektrisierung gewesen sein.
>
> Welchem Betriebsvorgang hat man jetzt Anrempeln zuzurechnen? Dem
> Zustiegsversuch des Dritten?
Dem Betriebsvorgang "Gedränge und Eile beim Umsteigen".
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mfg Matthias Dörfler
Diese Nachricht stellt nur meine persönliche Meinung dar.
Datum: Tue, 10 Oct 2006 19:36:57 +0200
Autor: Matthias Doerfler
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Re: Nahverkehrsanlagen, Rolltreppen und Gefahr durch "Plastikstiefel"?
Zuletzt schrieb Ulf Kutzner:
> Glück gehabt, daß die Haftpflicht nicht daran aufgehängt wurde. Gut, ich
> weiß jetzt nicht en detail, wer die Kfz der weiland Bundesbahn zuließ
Das Dez 23 der BD, ab der Bildung der GBB für die Kom diese.
> und prüfte.
Das örtliche Kbw (die K-Gruppe der Bw) unter Aufsicht des MA (der Ra),
ab der Bildung der GBB für die Kom diese.
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mfg Matthias Dörfler
Diese Nachricht stellt nur meine persönliche Meinung dar.
Datum: Tue, 10 Oct 2006 19:36:58 +0200
Autor: Matthias Doerfler
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